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Texas-Showdown vor der Entscheidung

Dienstag, 28. April 2009

Heute Nacht können die Dallas Mavericks das erste Mal seit drei Jahren wieder eine Playoff-Serie für sich entscheiden.

Ab 3:30 Uhr deutscher Zeit steigt in San Antonio das fünfte Duell der Texas-Rivalen. Beim aktuellen Stand von 3:1 zieht Dallas mit einem Sieg in die Conference-Semi-Finals ein und wird dort entweder auf Denver oder New Orleans treffen.

Dirk NowitzkiDirk Nowitzki (Foto) zeigt sich vor dem Showdown äußerst zufrieden mit dem bisherigen Abschneiden seiner Mannschaft. Auf die Frage, ob er über seinen Punkteschnitt von nur 16,3 Zählern pro Partie enttäuscht wäre, antwortete der Deutsche: „Wir liegen mit 3:1 vorne. Ich spiele für den Erfolg der Mannschaft und nicht für meine persönlichen Statistiken. Ich spiele, um in den Playoffs weiterzukommen.“

Auch ohne 25 Punkte pro Partie durch den achtfachen All-Star waren die Mavericks zuletzt im Stande, San Antonio in die Knie zu zwingen.

Nowitzkis Mitspieler profitieren dabei extrem von der erhöhten Aufmerksamkeit, die dem Forward von Seiten der Spurs-Defensive zuteil wird. „Wer behauptet, Dirk würde nicht genug punkten, der versteht dieses Spiel nicht“, so Team-Kollege Jason Kidd. „Dirk macht das sehr gut. Er bleibt geduldig und nimmt keine schlechten Würfe gegen Double- oder Triple-Teams.“

Stattdessen schafft Nowitzki Räume für seine Nebenleute, die dadurch zu offenen Würfen kommen oder den gewonnenen Platz nutzen, um zum Korb zu ziehen.

Ähnlich steht es um Jason Terry, der mit 12 Punkten pro Spiel gegen die Spurs 6,6 Zähler unter seinem Saisonschnitt liegt. Doch Terry bindet meist Bruce Bowen an sich, den besten Verteidiger in Reihen San Antonios.

Josh HowardDie Spurs befinden sich in einem Dilemma. Nowitzki muss gedoppelt werden, Bowen wird auf Terry angesetzt. Wer verteidigt nun Josh Howard (Foto), J.J. Barea, Antoine Wright oder Brandon Bass? Genau hier liegt der Schlüssel zum guten Abschneiden der Mavericks begraben. Die Mitspieler von Terry und Nowitzki wissen ihre Freiräume exzellent zu nutzen und machen bisher den Unterschied in der Serie aus.

„Wir agieren als Einheit“, so Barea über die Stärke seines Teams. „Wir wollen alle das Gleiche. Man kann es auf dem Parkett in Dirks Augen sehen. Egal wer punktet, er will einfach nur gewinnen. Wenn dein Anführer so denkt, beginnen alle Spieler so zu denken.“

Während der regulären Saison war Dallas die meiste Zeit abhängig von Terry und Nowitzki. Mittlerweile gilt die Ausgeglichenheit im Kader als größte Stärke der Mavericks.

Ganz im Gegensatz zu den Spurs, die im Angriff lediglich über zwei Optionen verfügen. Tony Parker und mit Abstrichen Tim Duncan (anhaltende Knieprobleme). Dahinter kommt absolut nichts. Zuletzt erzielte das Duo während Spiel Nummer vier der Serie 68 der 90 Spurs-Zähler. Zuwenig, Dallas gewann die Partie mit 99:90.

Auch dank einer Energie-Leistung von Nachwuchs-Center Ryan Hollins.

Als Erick Dampier im dritten Viertel mit vier Fouls belastet vom Spielfeld musste, bekam Hollins seine große Chance. Und er packte sie am Schopf. In 19 Spielminuten griff sich der 24-Jährige acht Rebounds und blockte drei Würfe.

„Ich weiß nicht, was er vor dem Spiel eingeworfen hat“, so Nowitzki scherzhaft über seinen Mitspieler. „Aber er muss mir unbedingt etwas von diesem Zeug abgeben.“

Der Würzburger weiter: „Er war überall auf dem Platz. Er ist unsere Ein-Mann-Presse.“

Weniger gute Nachrichten gibt es derweil von Josh Howard, der heute nicht am Training seiner Mannschaft teilnehmen konnte. Der Small-Forward plagt sich immer noch mit den Folgen einer Sprunggelenksverletzung herum. Doch es gilt als unwahrscheinlich, dass Howard an seinem 29. Geburtstag nicht für die Mavericks auflaufen wird.

„Ich habe für diesen Tag nur einen Wunsch. Den Sieg.“

Dallas Mavericks gegen San Antonio Spurs 99:90

Sonntag, 26. April 2009

Tony Parker und Tim Duncan können es alleine nicht richten.

Auch 68 Punkte des Duos der San Antonio Spurs sollten an diesem Abend gegen eine ausgeglichene Mannschaftsleistung und ein frenetisches Publikum der Dallas Mavericks nicht ausreichen. Mit 99:90 bezwang die Truppe von Headcoach Rick Carlisle vergangene Nacht den ewigen Rivalen aus Texas. Dallas führt die Serie „Best of Seven“ nun mit 3:1 Siegen an und kann bereits am kommenden Dienstag den Einzug in die Conference-Semi-Finals durch einen Erfolg in San Antonio perfekt machen.

Doch dieser komfortablen Ausgangslage ging ein schweres Stück Arbeit voraus.

Von Beginn an narrte Parker die Dallas-Defense nach Lust und Laune. Ganz im Gegensatz zum vergangenen Duell beider Mannschaften, in dem der Shooting-Guard lediglich 12 Punkte erzielen konnte, fanden die Mavericks im vierten Aufeinandertreffen mit den Spurs kein Mittel gegen den Franzosen.

Parker verbuchte gegen Dallas 43 Zählern, davon 31 in Halbzeit eins (interne Playoff-Bestmarke von George Gervin eingestellt). Doch mit zunehmender Spieldauer fiel es dem 26-Jährigen sichtlich schwerer, die komplette Punktelast im Angriff seiner Mannschaft zu tragen. Das dritte Viertel beendete er mit lediglich vier Punkten, im Schlussabschnitt verbuchte er deren acht. Duncan konnte derweil an seinem 33. Geburtstag 25 Zähler und zehn Rebounds für sich verzeichnen. Doch kein anderer Akteur im Trikot San Antonios erzielte daneben mehr als sieben Punkte. Zusammengerechnet waren die Spurs-Akteure, die nicht Parker oder Duncan hießen, für nur 22  Zähler verantwortlich.

„Die Mavs haben im Angriff deutlich mehr Waffen als wir“, so Parker nach der Begegnung. „Unser Fokus ist limitiert auf Dirk und Jason Terry, und mit denen kommen wir bisher auch gut zurecht. Aber die anderen Jungs bringen uns um.“

Josh HowardDallas erbrachte somit den Beweis, dass Basketball noch immer ein Teamsport ist. Fünf Spieler der Mavs wiesen eine zweistellige Punkteausbeute auf, darunter Josh Howard (Foto) mit 28 Zählern am erfolgreichsten (sieben von 14 aus dem Feld, drei von sechs jenseits der Dreierlinie, 11 von 13 Freiwürfen).

„Was Josh unserer Mannschaft gibt, ist nicht ersetzbar“, so Carlisle anschließend über die starke Leistung Howards.

Dirk Nowitzki erwischte derweil einen rabenschwarzen Tag. Der achtfache All-Star wirkte phasenweise komplett verunsichert und schenkte ein ums andere Mal in Bedrängnis und von den Spurs gedoppelt den Ball her. Mit 12 Punkten und nur neun Versuchen aus dem Feld (bei vier Treffern) zeigte der Deutsche offensiv seine schwächste Partie während der Erstrunden-Serie gegen San Antonio. In der Verteidigung konnte er allerdings mit 13 Rebounds voll überzeugen.

„Die anderen Jungs sind heute für Dirk in die Bresche gesprungen“, äußerte sich Jason Kidd über die Leistung seiner Mannschaft. „So wie wir uns die ganze Saison über auf ihn verlassen konnten, konnte er sich heute auf uns verlassen. Ich glaube nicht, dass er jede Nacht 30 Zähler erzielen muss. Wir sehen momentan in dieser Serie, dass wir auch so gewinnen können.“

Dallas hatte es sich währenddessen selbst zuzuschreiben, dass die Partie überhaupt so spannend geriet. Beim Stand von 47:38 im zweiten Viertel vergab Jason Terry (zehn Punkte, lediglich drei Treffer bei 17 Versuchen aus dem Feld) einen offenen Fastbreak-Korbleger. San Antonio drehte in der Folge die Partie und ging mit einer 55:51-Führung in die Halbzeitpause.

Nach einem starken dritten Spielabschnitt, den Dallas mit 29:16 dominierte, fanden die Spurs Mitte des vierten Viertels abermals zurück in die Partie. Beim Stande von 87:84 aus Sicht der Mavs war die Begegnung wieder völlig offen.

Doch das Team aus “Big D” präsentierte sich während der finalen Spielminuten nervenstark. Der defensiv auffällige Ryan Hollins (acht Rebounds, drei Blocks) verbuchte zunächst per Slam-Dunk seine einzigen Punkte des Abends, bevor Nowitzki mit einem Korbleger und Howard durch fünf von sechs verwandelten Freiwürfen die Partie zu Gunsten der Mavericks entschieden. Auf der Gegenseite hatten die Spurs ihr Heil in Dreipunktwürfen gesucht, doch mit sieben Fehlwürfen während der letzten drei Minuten der Begegnung nicht gefunden.

Herauszuheben ist auf Seiten der Mavericks die Leistung von Kidd (17 Punkte, sieben Vorlagen, sieben Rebounds). Dallas’ Spielgestalter lenkte die Geschicke seiner Mannschaft derart umsichtig, dass er in 40 Minuten auf dem Parkett keinen einzigen Ballverlust produzierte. Zudem strahlte er zu jeder Zeit der Begegnung eine absolute Ruhe aus und integrierte geschickt alle Mavs-Akteure ins Spiel seiner Mannschaft.

Auch Erick Dampier wusste unter den Brettern zu überzeugen. Mit einer Intensität, die man in Dallas lange von ihm vermisst hatte, stürzte sich der Center in jeden Zweikampf und beendete die Partie mit zehn Punkten und sechs Rebounds. Antoine Wright lies sich derweil von seiner Degradierung in die zweite Garde der der Mannschaft nicht irritieren (J.J. Barea, neun Punkte, vier Vorlagen, startete erneut an seiner Stelle), und lieferte mit neun Zählern, darunter zwei ganz wichtige Dreier, eine ansprechende Leistung ab.

Die Mavericks haben nun alle Chancen in der Hand, einer durchwachsenen Saison mit dem Erreichen der zweiten Playoff-Runde endgültig eine positive Wende zu geben.

San Antonio muss sich hingegen etwas einfallen lassen, um die minimale Chance auf ein Weiterkommen zu wahren. Tony Parker und Tim Duncan sind dabei auf die Hilfe ihrer Team-Kameraden angewiesen. Ohne sie wird es nicht reichen.

 Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Dallas Mavericks gegen San Antonio Spurs 88:67

Freitag, 24. April 2009

Demontage des Erzrivalen.

Was die Dallas Mavericks gestern gegen die San Antonio Spurs ablieferten, wird als eine der besten Defensiv-Leistungen in die Geschichte der Mannschaft aus Texas eingehen.

88:67 hieß es am Ende zu Gunsten der Mavs, in einer Partie, die schnell entschieden war. Dallas trat derartig dominant auf, dass Headcoach Rick Carlisle seine Stars bereits früh für die nächste Begegnung schonen konnte. Mit J.J. Barea (13 Punkte, sieben Assists) stand nur ein Dallas-Akteur länger als 30 Minuten auf dem Parkett.

Dirk NowitzkiDirk Nowitzki, lediglich 26 Minuten im Einsatz, beendete die Partie mit 20 Zählern als Topscorer der Begegnung (starke acht Treffer bei 12 Versuchen aus dem Feld, sieben Rebounds). Somit endete die Serie von zwei Spielen in Folge, in denen der 30-Jährige die 20-Punkte-Marke nicht durchbrechen konnte. Neben dem Deutschen wussten Josh Howard (17 Zähler, acht Rebounds), sowie Jason Terry und Brandon Bass (jeweils zehn Punkte) zu gefallen.

“Das war heute eine großartige Leistung, offensiv wie defensiv. Doch ausschlaggebend war sicherlich unsere Verteidigung”, so Nowitzki, der vor der Partie als “Spieler des Monats April” der Western-Conference ausgezeichnet wurde.

Nach dem ersten Viertel führten die Mavericks bereits mit 27:16 und sollten in der Folge stets zweistellig in Front liegen. Zeitweise betrug der Vorsprung der Mavs 36 Punkte. Lediglich ein 25:13 Schlussviertel San Antonios lies die Niederlage auf dem Papier etwas milder erscheinen.

„Bitte habt ein bisschen Mitleid mit mir“, äußerte sich Gregg Popovich, Headcoach der Spurs, nach der Begegnung zur Klatsche seiner Mannschaft. „Diese Niederlage ist schlimm genug, da will ich mir nicht auch noch die Statistiken ansehen müssen”. Popovich nahm bereits Mitte des dritten (!) Viertels seine komplette Startformation vom Feld.

Tony Parker, in der Vergangenheit das Schreckgespenst der Mannschaft von Besitzer Mark Cuban, wurde in der Verteidigung das erste Mal während der laufenden Saison von den Dallas-Akteuren komplett unter Kontrolle gehalten. Parker, während dem zweiten Aufeinandertreffen beider Teams mit 38 Punkten noch Matchwinner San Antonios,  beendete die Partie mit mageren 12 Zählern (fünf von 14 aus dem Feld) - so viele hatte er am vergangenen Dienstag bereits Mitte des ersten Viertels auf seinem Konto. Dennoch war der Franzose mit dieser Ausbeute Topscorer seiner Mannschaft. 

Erick Dampier (zwei Punkte, neun Rebounds, drei Blocks) musste seiner Drohung, die er im Vorfeld der Partie geäußert hatte, keine Taten Folgen lassen. Der bullige Center auf Seiten der Mavs hatte versprochen, Parker mit dem ersten Ballbesitz der Begegnung per Foul auf die Bretter schicken zu wollen. Doch das war nicht von Nöten. Dampiers Nebenleute wussten den gegnerischen Spielmacher auch mit fairen Mitteln zu stoppen. Doch die Worte des 2,11-Meter-Kolosses hatten ihre Wirkung auf den Point-Guard anscheinend nicht verfehlt. Im ersten Viertel pflückte Dampier einen Korbleger-Versuch des 26-Jährigen blitzsauber vom Brett. Insgesamt dreimal während der ersten 12 Spielminuten wurde Parker mustergültig von einem Akteur der Mavs geblockt.

Neben dem Finals-MVP von 2007 punktete auf Seiten der Spurs lediglich Fabricio Oberto mit zehnPunkten zweistellig (und das zum größten Teil während der „Garbage-Time“, der Phase der Partie, in der bereits alles entschieden ist).

Tim Duncan stellte derweil mit vier Zählern (neben zwei Rebounds) einen persönlichen Negativ-Rekord auf. Nie zuvor gelangen dem Power-Forward in einer Playoff-Begegnung weniger Punkte, ebenso wie San Antonio nie zuvor eine Partie der Endrunde mit weniger Zählern beendete. „Das war ein schreckliches Spiel“, so Duncan anschließend. „Hoffentlich kann ich das nächste Mal meine Mannschaft besser anführen.“

Zur Halbzeit waren die Mavericks beim Stand von 46:30 ebenfalls  für einen neuen Rekord verantwortlich, allerdings im positiven Sinne: 30 zugelassene Punkte bedeuten auch statistisch gesehen die beste Verteidigungs-Leistung der Mannschaft zur Halbzeit einer Playoff-Partie.

Dallas führt die „Best-of-Seven“-Serie nun mit 2:1 Siegen an und kann in der Nacht auf Sonntag im vierten Aufeinandertreffen der Texas-Rivalen einen großen Schritt in Richtung Conference-Semi-Finals unternehmen. Jene Mannschaft, die in einer Serie mit 3:1 in Führung geht, kommt statistisch gesehen zu 76 Prozent auch eine Runde weiter.

„Unsere Aufgabe ist es nun, mit der gleichen Intensität ins nächste Spiel zu gehen“, so Carlisle nach der Partie. „Wir haben tollen Einsatz gezeigt und der Sieg war wichtig. Doch das war nur ein Schritt in die richtige Richtung.“

Partie Nummer vier findet ebenfalls im American Airlines Center zu Dallas statt, wo sich die Mavericks während der Saison als wahre Heim-Macht präsentierten (seit dem All-Star-Game mit einer Bilanz von 15:1 Siegen).

Es darf mit Spannung erwartet werden, ob San Antonio auf diese Klatsche eine Antwort findet.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs 84:105

Dienstag, 21. April 2009

Da war es wieder, das längst überwunden geglaubte zweite Gesicht der Dallas Mavericks.

Nach einer starken ersten Partie gegen die San Antonio Spurs in Runde eins der Playoffs 2008/2009 setzte es vergangene Nacht eine schmerzhafte 84:105-Klatsche gegen den Erzrivalen aus Texas, der die Serie somit zum 1:1 ausgleichen konnte.

Die Fans der Mavericks dürften sich mit einem Déja-vu-Erlebnis konfrontiert sehen. Wie so oft in der vergangenen Saison folgte auf eine viel versprechende Vorstellung der Totalabsturz.

Die Mannschaft von Headcoach Rick Carlisle präsentierte sich wie ausgewechselt. Viel zu viele Einzelaktionen resultierten aus einem kaum vorhandenen Zusammenspiel der Dallas-Akteure.

Nach einem schwachen ersten Viertel, das mit 19:30 abgegeben wurde, konnte man vielleicht noch an den Auftaktsieg der Mavs denken, als die Mannschaft ähnlich mühsam in die Begegnung startete. Im zweiten Spielabschnitt, den Dallas mit 27:27 ausgeglichen gestalten konnte, keimte wieder etwas Hoffnung auf. Doch nach der Pause lief dann gar nichts mehr zusammen. Viertel Nummer drei, ansonsten eher Schlüsselabschnitt im positiven Sinne der Mannschaft, wurde mit 17:28 hergeschenkt und die Partie war beim Stand von 63:85 bereits entschieden.

Tony ParkerTony Parker (Foto), im ersten Spiel der Serie noch mit moderaten 24 Zählern von der Dallas-Defense einigermaßen im Zaum gehalten, präsentierte sich während der vergangenen Nacht wieder als absolute Nemesis der Mavericks. Mit 38 Punkten (16 von 22 verwandelten Würfen aus dem Feld) und acht Vorlagen spielte der Franzose praktisch ohne Gegenspieler und agierte im Angriff seiner Mannschaft nach Belieben.

„Ich habe versucht, mit viel Biss zu spielen“, so Parker nach der Partie. „Ein Sieg war für uns heute einfach Pflicht.“

Gregg Popovich, Headcoach San Antonios, konnte es sich sogar erlauben, Tim Duncan (13 Punkte, 11 Rebounds) nur 28 Minuten einzusetzen um ihn bereits für die kommende Begegnung zu schonen.

Vor allem an den Brettern zeigten sich die Spurs deutlich aggressiver als im ersten Spiel und dominierten gegen schwache Gäste die Rebound-Statistik mit 44:28 Abprallern.

Dirk Nowitzki blieb auf der Gegenseite während der zweiten Partie in Folge unter 20 Zählern. Der Deutsche spielte phasenweise ohne Selbstvertrauen und beendete die Partie mit 14 Punkten und einer ganz schwachen Wurfquote aus dem Feld von lediglich drei Treffern bei 14 Versuchen. Im dritten Viertel verletzte sich der 30-Jährige zu allem Übel auch noch am Daumen und musste mit einem Verband weiterspielen.

Kein Dallas-Akteur vermochte gegen die Spurs-Verteidigung mehr als 20 Punkte zu erzielen. Am erfolgreichsten präsentierte sich noch Jason Terry mit 16 Zählern, wofür er allerdings auch 15 Würfe aus dem Feld benötigte. Von den zuletzt gelobten J.J. Barea (fünf Zähler) und Brandon Bass (acht Punkte) war wenig zu sehen, Josh Howard, viel beschworener X-Faktor im Spiel seiner Mannschaft, tauchte mit lediglich sieben erzielten Zählern komplett ab.

Einzig Jason Kidd erreichte mit 14 Zählern, vier Rebounds, fünf Assists und drei Steals annähernd seine Normalform.

Trotz der unterirdischen Leistung ist die Ausgangssituation der Mavericks für die kommenden Partien komfortabel, schließt man eine Wiederholung der heutigen Vorstellung einmal aus. Durch den Auswärtssieg im ersten Spiel der Serie ist Dallas im Besitzt des Heimvorteils, sprich, wenn das Team von Besitzer Mark Cuban seine drei verbleibenden Heimspiele gewinnt, kommt es eine Runde weiter.

Dazu ist allerdings das andere Gesicht der Mannschaft nötig. Sonst sieht es für die Mavs auch im heimischen American Airlines Center düster aus, wo in der Nacht auf Freitag Spiel Nummer drei der Serie steigt.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Vorschau Spiel 2: Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs

Montag, 20. April 2009

„Für uns steht es in der Serie immer noch 0:0.“

Diese Devise gibt Dirk Nowitzki vor der zweiten Partie im Erstrunden-Duell der diesjährigen Playoffs zwischen den Mavericks und San Antonio aus.

Nachdem das Team aus „Big D“ die Auftakt-Begegnung beider Mannschaften in der Nacht von Samstag auf Sonntag überraschend mit 105:97 für sich entscheiden konnte, mahnt Nowitzki an, mit dem gewonnenen Heimvorteil sei in der Serie noch nichts entschieden.

„Wir werden den Druck auf San Antonio weiter erhöhen. Den Vorteil, den wir uns durch die erste Partie erarbeitet haben, wollen wir nicht wieder abgeben. Es könnte durchaus möglich sein, dass wir zweimal bei den Spurs gewinnen müssen, um eine Runde weiter zu kommen.“

Rein statistisch gesehen hat Dallas hervorragende Chancen auf den Einzug in die Conference-Semi-Finals. Rund 78 Prozent aller Teams in der Geschichte der NBA, die das Auftakt-Match einer Erstrunden-Serie gewinnen konnten, kamen später auch weiter. Auf der anderen Seite ist San Antonio ein Spezialist darin, Auftaktniederlagen noch in ein Weiterkommen umzuwandeln. Vergangenes Jahr in Runde zwei der Playoffs ging die erste Partie gegen die New Orleans Hornets verloren, die Spurs gewannen die Serie dennoch. Gleiches Bild während der Erstrunden-Serie 2006/2007 gegen die Denver Nuggets. Nach einer Auftaktniederlage im heimischen AT&T-Center entschied San Antonio das Duell noch zu seinen Gunsten.

J.J. BareaDoch Dallas muss sich nach der guten Vorstellung vom Wochenende keinesfalls vor dem verhassten Rivalen aus Texas verstecken. Die Mavericks überzeugten durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, sechs Akteure erzielten eine zweistellige Punkteausbeute. Spieler wie J.J. Barea (Foto), Brandon Bass oder Erick Dampier sprangen für die eher mäßig agierenden Nowitzki und Jason Terry in die Bresche und sammelten direkt zu Playoff-Beginn emsig Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gegen San Antonio.

Tim Duncan bereitete der Dallas-Defense zwar einige Schwierigkeiten, doch Dampier bekam den vielleicht besten Power-Forward aller Zeiten im letzten Viertel immer besser in den Griff. Gleiches Bild bei Tony Parker. Nachdem der Franzose in Halbzeit eins noch 13 Punkte und sieben Vorlagen gegen die Mavericks verbuchen konnte, stellte sich vor allem Barea während der zweiten 24 Spielminuten immer besser auf Parker ein und wusste dessen Kreise durchaus zu stören (unter anderem durch die Aufnahme zweier Offensiv-Fouls des Finals-MVP’s von 2007).

Raum zur Verbesserung gibt es für Dallas dagegen in der Verteidigung der gegnerischen Dreierschhützen. Unglaubliche 11 von 14 Würfen versenkten Roger Mason, Michael Finley & Co. von jenseits der Dreipunktlinie. Hier besteht dringender Handlungsbedarf durch Mavs-Headcoach Rick Carlisle, denn normalerweise ist gegen eine derartige Quote kein Spiel zu gewinnen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Parker, Duncan und die Dreierschützen bilden die schlagkräftigsten Waffen im Arsenal der Spurs. Zumindest zwei der genannten Faktoren muss Dallas in der Verteidigung einigermaßen in den Griff bekommen, dann stehen die Chancen auf einen weiteren Sieg mehr als gut.

Nowitzki und Terry werden sich sicher nicht von ihrer durchschnittlichen Leistung im Angriff der Mavs während der ersten Partie beeindrucken lassen.

Und falls doch, sind da ja noch Josh Howard, Barea und Bass, die bewiesenermaßen einen Engpass in der Offensive zumindest zeitweise überbrücken zu können.

Dallas Mavericks @ San Antonio Spurs 105:97

Sonntag, 19. April 2009

Ausrufezeichen beim Erzrivalen.

Die Dallas Mavericks nehmen den Schwung aus der regulären Saison mit in die Playoffs und besiegen zum Erstrunden-Auftakt die San Antonio Spurs mit 105:97 im gegnerischen AT&T-Center.

Somit steht es 1:0 in der „Best-of-Seven“-Serie zwischen beiden Mannschaften. Dallas entreißt durch den Auswärtssieg direkt im ersten Spiel des Texas-Showdowns San Antonio den Heimvorteil.

Für das Team von Headcoach Rick Carlisle war es der erste Erfolg in fremder Halle während einer Endrunden-Serie seit dem Western-Conference-Finale von 2006. Zuletzt mussten sich die Mavericks in den Playoffs neun mal in Folge auswärts geschlagen geben.

„Wir sind ein geduldiges, aber sehr hungriges Team“, äußerte sich Carlisle nach der Begegnung über seine Mannschaft. „Wir wussten, wie stark San Antonio hier spielt und haben nicht aufgegeben zu kämpfen, auch wenn es in der ersten Halbzeit lange nicht gut aussah.“

Und das tat es wirklich nicht.

Brandon BassDas erste Viertel verschlief Dallas direkt mit 18:29, bevor sich die Mannschaft, angeführt von einem ganz starken Brandon Bass (Foto), der im zweiten Spielabschnitt zehn seiner 14 Punkte erzielte, zur Halbzeitpause auf 45:49 herankämpfte. Viertel Nummer drei entwickelte sich ausgeglichen, mit Vorteilen auf Seiten der Mavericks. Nach einem Zwischenspurt der Spurs ging Dallas durch Jason Terry (12 Punkte) kurz vor Ende des Abschnittes mit 74:72 in Führung, bevor Tim Duncan (27 Punkte, neun Rebounds) noch auszugleichen wusste.

Beim Stande von 74:77 aus Sicht der Mavs machte Dallas ernst und zog durch einen 21:6-Lauf auf und davon. Erick Dampier (zehn Punkte, 11 Rebounds) zeigte während des finalen Viertels in der Verteidigung einen hervorragenden Job gegen Duncan, während J.J. Barea (13 Zähler) im Angriff der Mavs heiß lief und durch seine Schnelligkeit die Spurs ein ums andere Mal vor unlösbare Probleme stellte.

Als es San Antonio knapp vier Minuten vor Ende der Begegnung durch einen Dreier von Roger Mason (13 Punkte) noch mal gelang, auf 88:95 zu verkürzen, lag es an Dirk Nowitzki (19 Zähler, acht Rebounds), durch vier schnelle Punkte den Abstand wieder zu vergrößern und letzten Endes durch zwei erfolgreiche Freiwürfe den Endstand herzustellen.

Mit dem Schlusspfiff ließ sich Carlisle zu einer Geste der Genugtuung hinreißen, als er mit verbissener Miene die „Becker-Faust“ ballte. Ein emotionaler Ausbruch, den man während der laufenden Spielzeit das erste Mal beim stoischen Coach der Mavericks beobachten durfte.

Neben einer effektiven Verteidigung des alten Dallas-Schreckgespenstes Tony Parker (24 Punkte, acht Vorlagen), der ständig mit frischen Verteidigern traktiert wurde, war die Geschlossenheit der Mavs-Mannschaft der Schlüssel zum Sieg. In einer Begegnung, in der Nowitzki und Terry nicht ihren besten Abend erwischten, und Jason Kidd mit nur fünf Vorlagen (neben vier Punkten und acht Rebounds) erstaunlich uneffektiv auftrat, waren es Bass, Dampier, Barea und vor allem Josh Howard (25 Zähler), die die Scoring-Last auf mehreren Schultern verteilten. So beendeten sechs Dallas-Akteure die Partie mit einer zweistelligen Punkteausbeute.

Das schlug sich auch im direkten Bank-Vergleich beider Mannschaften nieder. Die Einwechselspieler der Mavs entschieden das Duell gegen die Spurs-Reserve mit 39:14 Zählern für sich.

Barea war es, der Parker von der Bank kommend in der Verteidigung die größten Probleme bereitete. Nachdem Antoine Wright (acht Zähler) dem Franzosen in Halbzeit eins noch 13 Punkte und sieben Vorlagen gestattete und früh mit Foulproblemen belastet war, machte es Barea nach der Pause besser. „Ich habe alles gegeben, ihm das Leben einfach so schwer wie möglich zu machen“, so der kleine Guard nach der Partie. Der Puerto Ricaner wusste zudem Parker innerhalb der letzten 20 Minuten der Partie zwei Offensiv-Fouls anzuhängen.

San Antonio überzeute vor allem durch eine überragende Dreierquote von 11 Treffern bei 14 Versuchen (78,6 Prozent), allein Ex-Maverick Michael Finley (19 Punkte) versenkte fünf Mal von Downtown ohne einen einzigen Fehlwurf. Hier gilt es für Dallas, schleunigst eine Lösung in der Verteidigung zu finden. Denn sonst wird nicht Parker, sondern die Dreier-Schützen der Spurs neben Duncan größter Faktor im Angriff San Antonios.

Für Nowitzki, der früh mit Foulproblemen zu kämpfen hatte und die letzten neun Minuten der ersten Halbzeit von der Bank aus verfolgen musste, war es nach 25 Partien in Folge das erste Spiel, in dem er an der 20-Punkte-Marke scheiterte. Bei einem Sieg in San Antonio dürfte das den achtfachen All-Star wohl kaum kümmern. 

Terry warnte derweil vor der zweiten Partie der Serie von Montag auf Dienstag. „Es wird hart. Es gibt neben Cleveland wahrscheinlichen keinen Ort in der Liga, wo es schwerer ist zu gewinnen als in San Antonio. Und das wird sich im nächsten Spiel nicht ändern.“

Solange die Mavericks ihre Heimspiele gewinnen, ist das gar nicht mehr nötig.

Zusammenfassung der Partie (Full-Screen per Doppelklick ins Bild):

Top5: LeBron James Favorit auf den MVP-Award

Freitag, 17. April 2009

1. LeBron James, Cleveland Cavaliers (Vorwoche 1.)

28,4 Punkte, 7,6 Rebounds, 7,2 Assists, 1,7 Steals, 1,1 Blocks, 48,9 FG%, 78,0 FT%

LeBron JamesLeBron James ist der haushohe Favorit auf den diesjährigen MVP-Award. Der beste Spieler der NBA im besten Team der regulären Saison. Eindeutiger geht es nicht.  Während der vergangenen Spielzeit hob „The King“ seine Verteidigung auf ein neues Level. Zudem verbesserte er sich beim Wurf von Außen und ist auf dem besten Weg, der kompletteste Spieler seiner Generation zu werden. Lediglich am Freiwurf besteht noch signifikanter Verbesserungsbedarf. Mit einer höheren Quote von 10 - 12 Prozent würde James seinem Arsenal im Angriff eine weitere Waffe hinzufügen.

2. Dwyane Wade, Miami Heat (2.)

30,2  Punkte, 5,0 Rebounds, 7,5 Assists, 2,2 Steals, 1,3 Blocks, 49,1 FG%, 76,5 FT%

Dwyane WadeDwyane Wade beendete die Saison seines Lebens mit zahlreichen Rekorden und dem Titel des Topscorers der Liga. Innerhalb von nur einer Spielzeit machte er aus dem schlechtesten Team der Liga einen soliden Endrunden-Teilnehmer, vor dem sich viele Mannschaften aufgrund Wades Leistungsexplosionen fürchten. In der ersten Runde der am Wochenende beginnenden Playoffs wird sich zeigen, ob der Olympiasieger von Peking seine Mannschaft gegen die Atlanta Hawks in die Conference-Semi-Finals befördern kann

3. Kobe Bryant, Los Angeles Lakers (3.)

26,8 Punkte, 5,2 Rebounds, 4,9 Assists, 1,5 Steals, 0,4 Blocks, 46,7 FG%, 85,6 FT%

Kobe BryantFührungsqualität + starke individuelle Statistik + Defense + 65 Siege = der MVP-Award? Nicht ganz. Kobe Bryant, wertvollster Spieler der vergangenen Saison, muss sich knapp James und Wade geschlagen geben. James übertrifft Bryant in jedem einzelnen Punkt, wenn auch nur minimal, und Wade hat zum Teil außerirdische Leistungen abgeliefert, die nicht zu ignorieren sind. Bryant dürfte es nicht groß kümmern, denn der gereifte Superstar stellt mittlerweile den Erfolg der eigenen Mannschaft über individuelle Auszeichnungen.

4. Dwight Howard, Orlando Magic (5.)

20,6 Punkte, 13,8 Rebounds, 1,4 Assists, 1,0 Steals, 2,9 Blocks, 57,2 FG%, 59,4 FT%

Dwight HowardDwight Howard ist der erste Spieler seit Ben Wallace 2000/2001, der die Liga in Rebounds und Blocks anführt. Vor ihm gelang dieses Kunststück nur vier Akteuren in der Geschichte der NBA (Wallace, Hakeem Olajuwon, Bill Walton und Kareem Abdul Jabbar). Daneben sicherte sich Howard als jüngster Spieler aller Zeiten die 5.000-Rebound Marke. Der 23-Jährige gilt zudem als Top-Favorit auf den Titel des besten Verteidigers der Liga. Nur im Angriff seines Teams muss Howard noch konstanter werden und eine enge Partie in der Schlussphase auch mal entscheiden.

5. Chris Paul, New Orleans Hornets (4.)

22,8 Punkte, 5,5 Rebounds, 11,0 Assists, 2,8 Steals, 0,1 Blocks, 50,3 FG%, 86,8 FT%

Chris PaulLediglich das deutlich schlechtere Abschneiden der Hornets im Vergleich zu Orlando verhindert eine bessere Platzierung von Chris Paul in diesem Ranking. Der Point-Guard ist der erste Spieler in der Geschichte der NBA, der die Liga in zwei aufeinander folgenden Spielzeiten in Assists und Steals anführt. Zuletzt trug Paul das komplette Spiel New Orleans’ auf seinen schmalen Schultern. Kein Team der Liga ist von einem einzigen Spieler derartig abhängig.

6 - 10: 6. Chauncey Billups (7.), 7. Brandon Roy (6.), 8. Tony Parker (-), 9. Yao Ming (9.), 10. Dirk Nowitzki (-).

 

Spieler des Tages: Tim Duncan

Donnerstag, 16. April 2009

„Unterschätze niemals das Herz eines Champions.“

Diese abgedroschene Weisheit lässt sich, wie so oft in den vergangenen Jahren, auf die San Antonio Spurs im Allgemeinen und Tim Duncan im Speziellen anwenden.

Trotz einer durchwachsenen Saison, dem Ausfall von Manu Ginobili und anhaltender Kniebeschwerden Duncans, holten sich die Texaner vergangene Nacht den Titel der Southwest-Division durch einen 105:98-Sieg nach Verlängerung über die New Orleans Hornets.

Duncan zeigte dabei mit 20 Punkten (davon sechs in der Verlängerung), 19 Rebounds und sechs Vorlagen seine vielleicht beste Vorstellung der ganzen Saison.

San Antonio beendet die reguläre Spielzeit somit auf Rang drei in der Western-Conference, nachdem sie vor der Partie gegen die Hornissen noch auf Platz fünf lagen.

„Es ist großartig, mit dem Heimvorteil im Rücken in die Playoffs zu gehen“, so ein sichtlich zufriedender Duncan nach der Begegnung. „Die Saison fand für uns ein optimales Ende.“

„Das war der alte Timmy“, zeigte sich Tony Parker anschließend voll des Lobes. „Er hat das Spiel einfach kontrolliert.“

Eine deutliche Warnung in Richtung der Dallas Mavericks, Gegner der Spurs in Runde eins der am 18. April beginnenden Playoffs.

Saison-Aus für Manu Ginobili

Dienstag, 7. April 2009

San Antonios „Big Three“ wird in dieser Spielzeit nicht mehr gemeinsam auf dem Parkett stehen.

Manu GinobiliVergangene Nacht erreichte das Team aus Texas die Hiobsbotschaft, dass für Manu Ginobili die Saison beendet ist. Eine Sprunggelenksverletzung zwingt den Argentinier zu einer längeren Pause. Ginobili kam während der laufenden Spielzeit auf lediglich 44 Einsätze, da er im vergangenen Sommer ebenfalls am Sprunggelenk operiert werden musste und immer wieder mit den Folgen des Eingriffes zu kämpfen hatte.

Die erneute Verletzung zog sich Ginobili während der 81:101-Niederlage am vergangenen Sonntag in Cleveland zu. Die Kernspintomographie ergab eine Fraktur im rechten Knöchel.

Zwar ist laut den Spurs dieses Mal keine Operation notwendig, doch für die Mannschaft kommt der Ausfall zum ungünstigsten Zeitpunkt der Saison. Im Kampf um den zweiten Platz der Western-Conference wurde San Antonio zuletzt von den Denver Nuggets ausgestochen. Bei noch sechs ausstehenden Partien und einem Vorsprung von lediglich vier Spielen auf die achtplatzierten Dallas Mavericks ist theoretisch noch jeder Rang in der Tabelle möglich.

Ohne den amtierenden „besten sechsten Mann der Liga“ fehlt es den Spurs an einer zuverlässigen, dritten Scoring-Option im Angriff. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass Tim Duncan ebenfalls mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Der 32-Jährige plagt sich seit einigen Wochen mit Kniebeschwerden herum.

Alles läuft in San Antonio also wieder auf Tony Parker hinaus, letztes gesundes Mitglied der “Big Three”. Der Franzose hat bereits einige Male eindrucksvoll bewiesen, dass er die Scoring-Last der Mannschaft schultern kann. Doch in den Playoffs wird ein Mann alleine nicht reichen, um eine Serie zu gewinnen.

Spieler des Tages: Tony Parker

Mittwoch, 25. März 2009

Nach zwei knappen Niederlagen gegen Boston (77:80) und Houston (85:87) hatte Tony Parker die Faxen dicke.

30 Punkte und zehn Assists erzielte der Franzose für die Spurs in der Partie gegen Golden State und war somit der Hauptgarant für den hauchdünnen 107:106-Sieg seiner Mannschaft.

Nachdem San Antonio in der Nacht zuvor die Führung der Central-Division an die Rockets abgeben musste, holten sich die Texaner mit dem Erfolg über die Warriors den ersten Platz in der Tabelle zurück.

Wachablösung in der Southwest-Division

Montag, 23. März 2009

Im Texas-Duell konnte sich Houston vergangene Nacht bei den Spurs in San Antonio hauchdünn mit 87:85 durchsetzen. Durch den Sieg ziehen die Rockets mit einer Bilanz von 47 Siegen bei 25 Niederlagen vorerst am Champion von 2007 (45:24) vorbei auf den ersten Rang der Southwest-Division.

Diese Entwicklung hatte sich bereits angebahnt. Bei Houston zeigt die Formkurve steil nach oben, 16 der vergangenen 20 Partien konnte die Mannschaft von Headcoach Rick Adelman zuletzt gewinnen. Den Spurs hingegen fehlt der verletzte Manu Ginobili (Sprunggelenk) an allen Ecken und Enden. Bei sieben der letzten 13 Begegnungen musste San Antonio den Platz als Verlieren verlassen.

Im gestrigen Schlagabtausch machte derweil ein anderer Argentinier den Unterschied: Luis Scola. 19 Punkte und 17 Rebounds konnte der Power-Forward für sich verbuchen, darunter die letzten fünf Punkte der Rockets. Zweimal brachte Scola seine Mannschaft nach einem Rückstand per Korbleger wieder in Front, beide Male von Yao Ming (13 Punkte, acht Rebounds) vorbereitet.

Normalerweise sieht das Setplay der Rockets Scola auf dem High- und Yao auf dem Lowpost vor. In der letzten Minute der Partie tauschten beide ihre Positionen, was die Spurs so verwirrte, dass Scola zweimal zu einem freien Korbleger kam.

Auf die Frage, wie oft Houston in der laufenden Saison diesen Spielzug bereits angewandt hatte, antwortete Adelman nach der Partie knapp: „zweimal.“

Brisant: San Antonio hatte über Jahre hinweg die Rechte an Scola, konnte sich aber nie zu einer Verpflichtung des 28-Jährigen durchringen und gab ihn im Sommer 2007 per Trade an die Rockets ab. Scola, der seit dem All-Star-Weekend bereits 11 Double-Doubles erzielte, schien aus dieser Konstellation seine ganz eigene Motivation zu beziehen.

„Wir haben uns in der entscheidenden Phase der Partie drei dicke Patzer in der Verteidigung erlaubt“, gab sich auf der Gegenseite Spurs-Coach Gregg Popovich enttäuscht.

San Antonio hatte einmal mehr in Tim Duncan (23 Punkte) und Tony Parker (22 Zähler, 12 Assists) seine stärksten Akteure, doch beide vergaben zusammen 29 von 46 Würfen aus dem Feld. Bei den Rockets konnte neben Scola Ron Artest mit 24 Punkten überzeugen.

Doch wie so oft in der laufenden Saison überdrehte Artest und versuchte in der Offensive zuviel alleine. „Unsere Spieler müssen verstehen, dass sie nicht die ganze Scoring-Last auf ihre Schultern nehmen können“, so Adelman anschließend. „Ron spielt wirklich aggressiv und wir müssen schauen, dass wir ihm vermehrt freie Würfe verschaffen und er sie sich nicht alleine kreieren muss.“

Gegen San Antonio hatte das allerdings keine Auswirkung auf den Ausgang der Partie. Denn da gab es ja noch die neu geschaffene Yao-Scola-Combo.

Zusammenfassung der Partie:

Sefolosha vermiest Popovich-Jubiläum, Mutombo erteilt Lehrstunde

Dienstag, 17. März 2009

Die Verpflichtung von Thabo Sefolosha erweist sich für Oklahoma City als absoluter Volltreffer. Beim überraschenden 78:76-Sieg über San Antonio erzielte der Neuzugang von den Chicago Bulls 12 Punkte und drei Steals. Daneben blockte der Schweizer in der Schlusssekunde einen Dreier von Tony Parker (28 Zähler) und sicherte somit seiner Mannschaft den Sieg.

In den letzten fünf Spielen klaute der Defensiv-Spezialist seinen Gegnern im Durchschnitt 3,2 Bälle pro Partie. Seit Sefolosha für die Thunder aufläuft, hat er seinen Punkteschnitt von 4,5 auf 11,5 pro Begegnung gesteigert. Oklahoma City, zuvor das schlechteste Team der Liga, konnte mit dem Eidgenossen zudem sechs der letzten elf Spiele gewinnen.

Angeführt von Kevin Durant (25 Punkte) vermiesten die Thunder Spurs-Coach Gregg Popovich dessen Jubiläum im 1000. Spiel auf der Trainerbank der Texaner. Dabei lag San Antonio zeitweise mit 17 Punkten in Führung.

„Das ist der größte Alptraum eines Coaches“, zeigte sich „Pop“ ob der unnötigen Pleite enttäuscht. „Wir haben alle zusammen diese Niederlage zu verantworten.“

“Not in my House”

In New Orleans trat währenddessen eine lebende Legende zurück ins Rampenlicht. Weil Yao Ming wegen einer Grippe aussetzen musste, lief Dikembe Mutombo beim 95:84-Sieg seiner Rockets über die Hornets für die erste Fünf seiner Mannschaft auf. In knapp 25 Minuten auf dem Parkett verbuchte der 42-Jährige einen Punkt, sechs Rebounds und drei Blocks (alle gegen den 20 Jahre jüngeren Julian Wrigth). Das berühmte Fingerwackeln durfte dabei natürlich kein einziges Mal fehlen.

„Ich habe nur deswegen mit meinem Finger gewackelt, um eine kleine extra Verschnaufpause zu bekommen“, gab Mutombo nach der Partie mit einem Grinsen im Gesicht zu Protokoll. „Ich bin alt, ich muss nicht die ganze Zeit den Platz hoch und runter rennen.“

Bei Houston punkteten sechs Spieler zweistellig, Ron Artest mit 18 Zählern am häufigsten. Auf der Gegenseite war es einmal mehr Chris Paul, der mit 29 Punkten und 11 Assists für New Orleans zu überzeugen wusste.

Durch die Niederlage und einem gleichzeitigen Sieg Portlands (103:92 @ Memphis) tauschen die Hornets und die Trail Blazers die Plätze fünf und sechs in der Tabelle der Western-Conference. Denver konnte mit einem 121:96-Sieg zuhause über New Jersey den vierten Platz verteidigen, während das Polster der zweit platzierten Spurs auf Houston nur noch drei Spiele beträgt. 

San Antonio @ Dallas 102:107

Donnerstag, 5. März 2009

What a Difference a Day makes.

Nach der enttäuschendsten Saison-Pleite gegen die Oklahoma City Thunder besiegten die Dallas Mavericks vergangene Nacht den Erzrivalen aus Texas, die San Antonio Spurs, mit 107:102 im heimischen American Airlines Center.

Angestachelt durch die Aussage von Mark Cuban, Besitzer der Mavericks, er würde jeden Spieler aus dem Vertrag entlassen, der noch einmal so wie gegen Oklahoma City spielen würde, zeigten die Mavericks eine klare Leistungssteigerung.

„Wenn wir bei jedem Ballbesitz so hart und konzentriert spielen wie heute Nacht, können wir die wirklich guten Teams schlagen“, so Cuban nach der Partie. „Jetzt liegt es an den Jungs, weiterhin diesen Einsatz zu zeigen.“

Angeführt von Dirk Nowitzki (24 Punkte, 12 Rebounds, fünf Assists), Josh Howard (29 Zähler, sieben Rebounds) und Jason Kidd (17 Punkte, neun Vorlagen, sieben Rebounds) behielt Dallas in einer stets eng geführten Partie letztendlich die Oberhand. Kurz vor Schluss waren es Howard mit einem Korbleger (nach Assist von Nowitzki), Kidd durch einen Dreier und Jason Terry (17 Punkte) mit zwei verwandelten Freiwürfen, die den Sieg unter Dach und Fach brachten.

Ein Schlüsselspieler für die Mavs war zudem Erick Dampier (neun Punkte). Der bullige Center kontrollierte in der Defensive Tim Duncan (19 Zähler, 12 Rebounds) und hielt ihn bei einer schwachen Wurfquote von sieben bei 21 Versuchen aus dem Feld. Zudem konnte Dampier kurz vor Schluss einen Korbleger von Tony Parker (37 Punkte) blocken.

„Die Niederlage geht auf meine Kappe“, so ein enttäuschter Duncan. „Ich habe ein furchtbares Spiel abgeliefert, in der Offensive wie in der Defensive. Dallas hat einfach körperlicher gespielt.”

In den vergangenen Partien ging „Damp“ zwar jeweils als Starter ins Spiel, landete aber relativ schnell und für den Großteil der Partien wieder auf der Bank. Sein Backup James Singleton zeigte sich einfach aggressiver und in besserer Form. Gegen die Spurs war dann jedoch Dampier gefragt, der im Vergleich zu Singleton deutlich größer und massiger ist. Gegen Duncan und Co. sollte es das richtige Rezept sein.

Vergangene Woche hatte Dallas gegen eine ersatzgeschwächte Mannschaft der Spurs in San Antonio noch mit 76:93 verloren. Zuhause dagegen läuft es mitlerweile richtig rund. Der Sieg war bereits der sechste Heimerfolg in Serie, von den letzten 18 Partien vor eigenem Publikum konnten die Mavericks 16 für sich entscheiden.

Durch Niederlagen der Suns (129:135 @ Miami) und Rockets (94:101 @ Utah) sieht es für Dallas auch in der Tabelle wieder etwas besser aus. Zumindest Rang acht konnte weiter gefestigt werden.

Die nächsten Tage bieten für Dallas ein bockelhartes Programm. Es geht auswärts gegen New Orleans, Phoenix, Portland, Golden State und die Lakers. Zwischenzeitlich gastiert jedoch die schlechteste Mannschaft des Ostens, die Washington Wizards, im American Airlines Center.

Ausreichend Gelegenheiten also, den Boss der Mavericks durch gute Leistung und hohen Einsatz milde zu stimmen.

Randnotiz: Wegen der “Noche Latina” (Lateinamerikanische Nacht) trugen Dallas und San Antonio Trikokts mit den Aufschriften “Los Mavs”, bzw. “Los Spurs”.

Zusammenfassung der Partie:

Top5: Celtics ohne Garnett, Spurs ohne Duncan

Freitag, 27. Februar 2009

1. Los Angeles Lakers (Vorwoche 1.) 46:10

Die Lakers dominieren im Februar auch ohne den verletzten Andrew Bynum mit 9:1 Siegen weiterhin die NBA. Auch die finanziell bedingten Abgänge von Vladimir Radmanovic (nach Charlotte) und Chris Mihm (Memphis) wurden problemlos von der besten Bank der Liga kompensiert. Zuletzt machte der Erzrivale aus Phoenix die schmerzhafte Erfahrung, dass Los Angeles zurzeit in einer eigenen Liga spielt.      

2. Boston Celtics (2.) 46:13

Ohne den verletzten Kevin Garnett (Knie) setzte es die Woche eine überraschende 91:93-Niederlage bei den Clippers aus Los Angeles. Immerhin konnten sich die Celtics mit Center Mikki Moore verstärken (aus Sacramento). Für den heutigen Freitag wird die Ankunft von Enfant Terrible Stephon Marbury (New York) erwartet. Es dürfte interessant werden, ob der Point-Guard der schwächelnden Bank des Meisters weiterhelfen kann.

3. Cleveland Cavaliers (3.) 44:12 

Trotz der Genesung von Delonte West setzte es bei den Houston Rockets mit 74:93 die höchste Pleite der Saison. LeBron James erwischte einen rabenschwarzen Tag und die im Vergleich zur letzten Saison so verbesserte Offensive machte einen ganz schwachen Eindruck. Hier besteht Steigerungsbedarf, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die Cavaliers sieben der nächsten zehn Spiele auswärts bestreiten.  

4. San Antonio Spurs (5.) 39:17

Es war die Woche des Tony Parker. In Abwesenheit von Tim Duncan und Manu Ginobili trug der Point-Guard die gesamte Scoring-Last der Spurs auf seinen Schultern - mit Erfolg. 37 Punkten gegen die Mavericks folgten 39 Zähler gegen die Trail Blazers. Die Konkurrenz bekommt bereits das große Zittern, wenn sie an eine komplett gesunde Mannschaft San Antonios denkt.      

5. Orlando Magic (4.) 42:15

Neuzugang Rafer Alston (aus Houston) hat sich bereits gut eingefügt und die Spielgestaltung Orlandos übernommen. Zuletzt zeigte Dwight Howard beim knappen 114:109-Sieg über die New York Knicks abermals seine ganze Extraklasse. Bereits zum sechsten Mal in dieser Saison erzielte er mindestens 20 Punkte und 20 Rebounds - so oft wie alle anderen Akteure der Liga zusammen.

6 - 10: 6. Houston Rockets (7.), 7. Utah Jazz (9.), 8. Denver Nuggets (6.), 9. Portland Trail Blazers (8.), 10. New Orleans Hornets (-). 

Spieler des Tages: Tony Parker

Donnerstag, 26. Februar 2009

Tony Parker hat einen Lauf.

Nachdem der Franzose in der Nacht zuvor den Dallas Mavericks 37 Punkte eingeschenkt hatte, war Mittwochabend Portland an der Reihe. In Abwesenheit von Tim Duncan und Manu Ginobili erlegte Parker die Trail Blazers beim 99:84-Sieg seiner Spurs fast im Alleingang und schloss die Partie mit 39 Zählern und neun Assists ab.

„Tony lief abermals heiß und hat unsere ganze Offensive getragen“, zeigte sich Spurs-Coach Gregg Popovich voll des Lobes über seinen Spielmacher. „Seine Führungsqualitäten auf dem Feld waren außergewöhnlich.“