Von: David Lorenz
Geht es nach der persönlichen Statistik von Phil Jackson, kann das Team aus Los Angeles bereits die Meisterschaft 2008/2009 bejubeln. Von 43 Playoff-Serien, in denen eine Mannschaft des „Zen-Meisters“ mit 1-0 nach Siegen in Führung ging, wurden sage und schreibe 43 gewonnen - eine der beeindruckendsten Statistiken in der Geschichte der NBA. Auch die Art und Weise, wie die Auftaktbegegnung der diesjährigen Finals mit 100:75 gegen ein enttäuschendes Team aus Florida gewonnen wurde, lässt Lakers-Fans auf der ganzen Welt vom ersten Titelgewinn L.A.’s seit 2002 träumen.
Dabei sind noch drei Partien für Los Angeles zu gewinnen, bevor die Meisterschaft in trockene Tücher gebracht ist. Es liegt also noch ein gutes Stück Arbeit vor Jackson und seiner Truppe, auch wenn die Historie und die momentane Formkurve der Lakers eindeutig für einen Titelgewinn der Mannschaft aus Kalifornien sprechen. Und genau hier muss Jackson einschreiten, bevor im Team eine zu große Siegessicherheit Einzug hält und man meint, den Erfolg allein durch spielerische Mittel bewerkstelligen zu können. Orlando ist ein brandgefährliches Team, das im bisherigen Playoff-Verlauf bereits mehrfach eindrucksvoll beweisen konnte, dass es mental gefestigt und auch durch hohe Rückstände oder Niederlagen nur schwer zu beeindrucken ist.
Heute Nacht gilt für L.A. aus diesem Grund, an die überzeugenden Leistungen aus der letzten Begegnung mit Orlando sowie den vorangegangenen beiden Partien gegen die Denver Nuggets anzuknüpfen.
Die Stärke der Mannschaft machte dabei ein überragender Kobe Bryant (Foto) aus, der momentan vielleicht seinen besten Basketball der Saison zeigt, sowie ein gutes Zusammenspiel aller Mannschaftsteile und eine äußerst effektive Verteidigung. Geschickt wurde dabei Dwight Howard unter dem eigenen Korb mit zwei bis drei Mann zugestellt und durch stetiges Foulen komplett entnervt. L.A. profitierte dabei zudem erheblich von einer unterirdischen Trefferquote Orlandos (30 Prozent aus dem Feld). Da konnte Howard noch so überlegt den freien Mann aus einen Double- oder Triple-Team heraus anspielen, wenn die Magic ihre offenen Würfe nicht treffen, kollabiert die komplette Offensive der Mannschaft.
Die Lakers können jedoch nicht damit rechnen, dass Orlando abermals solch einen schwachen Abend aus der Distanz erwischt. Deswegen gilt es für Bryant & Co., auf heißlaufende Magic-Schützen umgehend zu reagieren und durch eine schnelle Rotation in der Defensive offene Würfe der gegnerischen Mannschaft zu verhindern - auch wenn dadurch Howard mehr Platz unter dem Korb bekommen sollte. Die gefährlichste Waffe im Arsenal Orlandos ist nun mal der erfolgreiche Dreipunkt-Wurf, noch vor „Superman“ Howard.
Im Angriff ist währenddessen alles für eine erneute Kobe-Show angerichtet. Mit ein Grund für die zuletzt so dominanten Auftritte der Lakers war die Tatsache, dass Bryant neben dem eigenen Korbabschluss immer wieder den freien Nebenmann in Szene setzen konnte. So verteile der 30-Jährige in den letzten drei Partien insgesamt 26 Vorlagen - ein beachtlicher Wert für den ansonsten eher im Alleingang agierenden Superstar. Man hat das Gefühl, die komplette Mannschaft der Lakers sei in den vergangenen zwei Wochen enger zusammengerückt - und das hat sicher etwas mit dem Vertrauens-Bonus Bryants in seine Mitspieler zu tun.
Vor der heutigen Final-Begegnung spricht demnach alles für die Lakers. Doch Los Angeles sollte gewarnt sein. Bereits gegen die Boston Celtics und die Cleveland Cavaliers galt Orlando als Außenseiter und konnte letztendlich dennoch beide Mannschaften bezwingen.
Hier gehts es zum ersten Teil der Vorschau auf die zweite Begegnung der Finals.
Schlagworte: Boston Celtics, Cleveland Cavaliers, Denver Nuggets, Dwight Howard, Kobe Bryant, Los Angeles Lakers, Orlando Magic, Phil Jackson




Die Vorbereitungsphase für Los Angeles auf das zweite Duell der NBA-Finals 2008/2009 mit Orlando (heute Nacht um 2:00 Uhr deutscher Zeit) steht im direkten Kontrast zur den Vorkehrungen der Magic: Während Stan Van Gundy seine Mannschaft nach der herben Auftaktniederlage aufbauen muss, liegt es an Phil Jackson (Foto), die Euphorie der Lakers zu bremsen und die Konzentration hoch zu halten. 