Von: David Lorenz
„Wir haben einen weiten, weiten Weg vor uns“, so Van Gundy, Headcoach Orlandos, über die Perspektiven seiner Mannschaft nach der enttäuschenden Pleite im ersten Aufeinandertreffen mit den L.A. Lakers in den NBA-Finals 2008/2009.
Und dieser Weg könnte sich daneben als äußerst steinig erweisen. Die Niederlage gegen den amtierenden Champion der Western-Conference kam derartig deutlich zustande, dass Van Gundys wichtigste Aufgabe darin liegen dürfte, seiner Truppe neues Selbstvertrauen einzuimpfen. Dennoch betonte der Trainerfuchs direkt im Anschluss an die 75:100-Klatsche Orlandos, dass eine Niederlage eine Niederlage wäre, egal wie hoch sie ausfalle. Ob es Van Gundy und den Magic gelingen wird, Los Angeles im zweiten Spiel der Serie „Best of Seven“ etwas mehr entgegenzusetzen, hängt zu großen Teilen von den Starspielern Orlandos ab.
Dwight Howard (Foto), im ersten Aufeinandertreffen beider Teams mit lediglich einem erfolgreich verwandelten Wurfversuch aus dem Feld, kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Für den selbsternannten „Superman“ gilt es, frühzeitige Foulprobleme zu umgehen und offensiv dominanter aufzutreten. Er muss den Ball öfter fordern und seine Athletik gegen Pau Gasol besser ausnutzen, der ihn zuletzt phasenweise ganz alt aussehen lies. Wird er gedoppelt oder gar mit drei Mann verteidigt, ist es an Howard, die freien Distanzschützen der Magic mit schnellen Pässen zu finden. Und genau hier liegt der Hund in Orlandos Spiel begraben. Falls die Würfe von außen nicht sitzen, bricht das komplette Spiel der Mannschaft aus Florida in sich zusammen - wie vergangenen Donnerstag geschehen, als die Magic lediglich 30 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld verwandeln konnten.
Hedo Turkoglu und Rashard Lewis, Orlandos ansonsten so gefürchtete Flügelzange, müssen am Sonntag zumindest ihre offenen Würfe von jenseits der Dreierlinie verwandeln, sonst besteht für Orlando keine Chance auf einen Sieg.
Jameer Nelson (Foto), der das Spiel seine Mannschaft nach viermonatiger Verletzungspause von der Bank kommend lenken sollte, war die fehlende Spielpraxis deutlich anzumerken. Nach einem verheißungsvollen Auftakt ins zweite Viertel der Begegnung agierte der Spielmacher zunehmend unsicherer und nervöser. Van Gundy gab bereits bekannt, dass im zweiten Duell der Serie ebenfalls Rafer Alston auf der Position des Point-Guards starten wird und Nelson im weiteren Verlauf der Finals lediglich mit limitierten Spielanteilen rechnen kann.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unserem Team weiterhelfen würde, Jameer von Anfang an zu bringen“, so Van Gundy über Orlandos Optionen auf der Spielgestalter-Position. „Obwohl ich niemals nie sage ist diese Frage für mich derzeitig beantwortet. Rafer ist momentan unsere Nummer eins.“
Währenddessen steht J.J. Redick vor der Chance auf zusätzliche Minuten Einsatzzeit. Nachdem der Dreierspezialist im Zweitrunden-Duell mit den Boston Celtics gegen Ray Allen defensiv einen ausgezeichneten Job ablieferte, könnte Redick am morgigen Sonntag in der Verteidigung auf Kobe Bryant treffen. Bisher hatte Orlando dem Superstar der Lakers in Form von Mickael Pietrus und Courtney Lee nur wenig entgegenzusetzen. Bryant konnte gegen die beiden Magic-Akteure überragende 40 Punkte erzielen. Grund genug für Van Gundy, dem gegnerischen Topscorer mit Reddick einen neuen Verteidiger gegenüberzustellen.
Was sich der Headcoach Orlandos auch einfallen lässt, dem neutralen Beobachter ist zu wünschen, dass die kommende Partie der NBA-Finals spannender ausfallen wird als die vergangene.
Hier gehts es zum zweiten Teil der Vorschau auf die heutige Begegnung der Finals.
Schlagworte: Boston Celtics, Courtney Lee, Hedo Turkoglu, J.J. Redick, Jameer Nelson, Kobe Bryant, Los Angeles Lakers, Mickael Pietrus, Orlando Magic, Rafer Alston, Rashard Lewis, Ray Allen, Stan Van Gundy




In der Nacht auf Montag wird es wieder ernst. Bis dahin hat Orlando noch Gelegenheit, die Prügel aus der Auftaktniederlage der NBA-Finals 2008/2009 gegen Los Angeles zu verdauen. Es warten eine Menge Arbeit auf Stan Van Gundy (Foto) und seine Magic. Die Truppe aus Florida muss sich in allen Bereichen gehörig steigern, um den Lakers auf Augenhöhe zu begegnen.