Von: Dmitrij Karle
Der Wunsch der L.A. Lakers ist in Erfüllung gegangen. Kobe Bryant und der Rest seiner Mannschaft trifft im West-Finale dieser Playoffs, wie zuvor ausdrücklich erwünscht, auf die Phoenix Suns (am kommenden Montag zum ersten Spiel in Los Angeles). Allerdings sollte man vorsichtig sein, was man sich so wünscht. Denn wie ein russisches Sprichwort besagt: “Wecke das Unheil nicht, solange es schläft”.
In der regulären Saison gingen die Lakers dreimal als Sieger vom Parkett. In der ersten Partie gab es einen Blow-Out. Phoenix konnte dem Größenvorteil der Lakers nichts entgegensetzen und verlor mit 19 Punkten Differenz. Dabei brillierte die Center-Hoffnung der Lakers, Andrew Bynum, mit starken 26 Zählern und 15 Rebounds und ließ seinen Gegenspieler, Amare Stoudemire höchstpersönlich, ziemlich alt aussehen (zwei von 15 aus dem Feld).
In der zweiten Partie im heimischen Staples Center, knapp einen Monat später, war Los Angeles wieder erfolgreich. Diesmal gewann man mit 20 Punkten Vorsprung. Phoenix erzielte in dem Spiel nur 88 Zähler. Ein Saisontiefstwert zu dem Zeitpunkt für die Spieler von Headcoach Alvin Gentry.
Was in diesen beiden Spielen überraschend ins Auge fällt, ist die fehlende Reboundüberlegenheit der Lakers. Zwar haben die Bigs der Suns Schwierigkeiten, Bynum, Pau Gasol und Lamar Odom am Punkten zu hindern. Doch das Rebound-Duell, des öfteren spielentscheidend, blieb völlig offen.
Ende Dezember war es dann Zeit für die lang ersehnte Revanche der Phoenix Suns. Zwar lieferte Kobe Bryant seine allabendliche 34 Zähler ab. Dennoch hielt die Suns-Defense den Rest der Lakers-Startaufstellung bei mickrigen 34 Prozent Trefferquote aus dem Feld. Dabei überzeugte vor allem die Phoenix-Ersatzbank mit 52 Punkten.
Die letzte Partie im US-Airways Center ging knapp an die Gäste aus L.A. (102:96). Dabei überzeugte weider einmal die Front-Line der Lakers um Bynum, Gasol und Ron Artest. Die drei waren für knapp die Hälfte aller Lakers Punkte verantwortlich und krallten sich zudem 20 Rebounds (von insgesamt 40). Die Ersatzbank der Suns war in diesem Spiel nicht annähernd so präsent, wie es noch in der dritten Begegnung der Fall war.

Im bisherigen Playoff-Verlauf mit 8,9 Punkten und 10,3 Rebounds pro Partie: Andrew Bynum
Der wichtigste Trumpf der Lakers ist und bleibt ihr Größenvorteil, den sie während der Saison gegen Phoenix recht gut ausgenutzt haben. Spielen Gasol, Bynum, Odom und/oder Artest ein solides Spiel, so hat L.A. (fast) nichts zu befürchten. Denn es gibt wohl niemanden in den Reihen der Suns, der Abend für Abend diese vier kontinuierlich und erfolgreich verteidigen kann. Und nein, Amare Stoudemire kann es auch nicht. Dann ist Kobe Bryant zu erwähnen, der während all dieser Spiele freie Fahrt hatte und im Schnitt fast 28 Punkte bei einer Trefferquote von 54 Prozent aus dem Feld auflegen konnte. Vor unlösbaren Problemen wird der Superstar auch im Western-Conference-Finale gegen Phoenix nicht stehen.
Phoenix muss sich also (fast) nur auf die Offensive verlassen, die momentan wie geschmiert und ohne Murren läuft. Gegen die Spurs erzielte man in der zweiten Runde nie weniger als 107 Punkte pro Partie. Relativierend muss man trotzdem an dieser Stelle erwähnen, dass es bei San Antonio in dieser Post-Season in der Verteidigung nicht viel zusammen lief, sowohl gegen die Mavericks als auch gegen die Suns nicht. Die Truppe von Meistermacher Gregg Popovich belegte nur einen traurigen 10 Platz in der “Defensive -Efficiency”-Statistik von John Hollinger. Es verwundert dann am Ende auch nicht, dass die Spurs schlicht und ergreifend Kanonenfutter für Phoenix waren. Da sind die Lakers schon ein anderes Kaliber, nicht nur was die Vertedigungsarbeit anbelangt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich stufe die L.A. Lakers momentan als stärkeres Team ein. Man sagt zwar immer, dass man die reguläre NBA-Saison mit den Playoffs nicht vergleichen darf. Doch meiner Meinung nach überwiegen die Vorteile der Lakers deutlich. Weswegen ich letztendlich für die Lakers in sechs Spielen tippe.
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Schlagworte: Alvin Gentry, Amare Stoudemire, Andrew Bynum, Dallas Mavericks, Gregg Popovich, Kobe Bryant, Lamar Odom, Los Angeles Lakers, Pau Gasol, Phoenix Suns, Ron Artest, San Antonio Spurs




Sowohl die Phoenix Suns als auch die Los Angeles Lakers haben ihre Gegner in der zweiten Runde der NBA-Playoffs 2010 mit einem Sweep in den mehr oder weniger wohlverdienten Urlaub geschickt. Nun treffen sich die beiden Teams im Conference-Finale wieder. Die Lakers verloren 2006 und 2007 in den Playoffs gegen die Conference-Rivalen aus der Wüste und sinnen auf Revanche.
Die Lakers sind sicherlich der Favorit, darüber muss man kaum streiten. Andererseits hat Phoenix aber auch einen Lauf und gerade der Sweep gegen San Antonio kam in der Form unerwartet. Was jedenfalls in der Vorschau fehlt, ist die wahrscheinliche Rückkehr von Robin Lopez. Das lässt die Suns dann nicht mehr ganz so schlimm auf den großen Positionen dastehen und gibt ihnen, was eigentlich noch viel wichtiger ist, einen halbwegs ernsttzunehmenden Shotblocker. Ist nur die Frage, gegen wen er dann eingesetzt wird - den offensiv gefährlicheren Gasol oder gegen Andrew Bynum, der zwar körperlich mehr drauf hat, aber gegen die Jazz den Eindruck erweckte, dass er in diesen Playoffs nicht mehr die ganz große Gefahr ausstrahlen wird. Bei Artest sehe ich eigentlich auch recht wenig Probleme, da er nur sporadisch (wie gegen Utah im dritten Spiel) offensiv ausbricht und ansonsten vor allem defensiv arbeiten wird. Fragt sich nur, gegen wen.
Was natürlich aus Sicht der Suns eklig ist, ist Kobe Bryant. Grant Hill wird ihn in der Verteidigung übernehmen, aber ich habe meine Zweifel, dass er Bryant wirklich effektiv am Scoren hindern kann. Falls es klappt, umso besser, aber ich denke eher, dass Kobe an die Leistungen der regulären Saison anknüpfen wird (von der Trefferquote mal abgesehen). Los Angeles muss also meiner Meinung nach voll aauf Kobe und Gasol setzen, da das ihre offensichtlich besten offensiv-matchups sind. Entscheidend könnte werden, wie Stoudemire offensiv gegen Odom/Gasol defensiv ausgeht. Ich halte zwar nicht besonders viel von Amar’e, aber in den letzten Monaten hat er wirklich gut gespielt und wenn er nach Belieben punkten kann, wird es für Los Angeles auch eng. Mit einem Sieg der Lakers am Ende ist wohl zu rechnen, aber die Serie ist eng. Und hoffentlich sechs oder sieben Spiele lang. Von Sweeps habe ich mittlerweile genug.
Hi,
es gibt einen Grund warum ich den Tipp von 4:2 für die Lakers bezweifle.
Das beste Team der Liga ist zur Zeit nicht LA sondern Orlando.
Daher würde ich ein 4:3 tippen.
Gruß
@ wulvpak
Eine Frage: Warum ziehst du die Orlando Magic in diese Serie mit rein?
Es geht doch um die LA LAkers und die Phoenix Suns.
@Dima Karle:
Kann ich nur zustimmen. Orlando ist hier, wie könnte es auch anders sein, ein absolut unerheblicher Faktor.
@All:
LA wird das Ding schaukeln, da bin ich mir sicher. Es wird höchstens über eine Distanz von 5 oder 6 Spielen gehen. Die Lakers sind einfach zu lang, da wird es sowohl in der Offense als auch insbesondere in der Defense eng für die Suns. Ich halte die Suns für ein super Team, gerade offensive herausragend und defensiv mittlerweile mehr als passabel. Bei den Lakers ballt sich allerdings das Talent. Die Mehr-oder-Weniger-Ausfälle von Odom und Bynum in der zweiten Runde konnte sie nicht an einem Sweep der Jazz hinder, gar nicht auszudenken, was passiert, wenn nur einer der zwei in seinen Rhythmus findet. Die Lakers-Bigs haben (trotz Lopez) keinen adequaten Widerstand zu erwarten, ebenso wie Kobe - deshalb mein Tipp 4:1
Also ich als Suns-Fan bin natürlich auch für die jungs aus der wüste, keine frage.
Und ich denke nicht das phoenix nur amare ist. was ist mit nash (!), J-Rich oder barbosa?
die werden schon ihre punkte machen und sind alles gute three point shooter!
die bank der suns ist sowieso einer der stärksten diese saison.
angst macht mir natürlich der kobe, logisch. und pau gasol ist natürlich auch sehr unangenehm.
aber jeder gegner hat seine schwächen sonst würden die teams mit den größten spielern ja jedes spiel gewinnen aber das passiert komischerweise nie…
das gute ist auch: die lakers bzw ganz L.A. sind/ist sich ziemlich sicher das sie die serie gegen die suns gewinnen, was ich aber als vorteil für die suns sehe.
ich freue mich auf jeden fall auf die games und tippe natürlich auf phoenix in 6 oder wenns sein muss 7 spielen.
schönes wochenende euch allen!